Dienstreise nach München bei einer frühsommerlichen Hitzewelle – das klingt besser, als es manchmal ist. Wenn die Stadt im Asphalt flimmert und selbst der Englische Garten keinen Schatten mehr spendet, hilft nur eines: die Flucht ins klimatisierte Museum. Doch was tun an einem Montag, wenn viele Museen geschlossen sind?
Gut, dass es das Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung gibt! Nach einer mehrmonatigen Umbau- und Umzugspause hat es im Mai 2025 an neuer Adresse wiedereröffnet – mit einer eindrucksvollen Schau: „Bruce Gilden – A Closer Look“.
Gezeigt wurden rund 50 kraftvolle Schwarzweißaufnahmen aus Großstädten wie New York und Tokio – klassische Street Photography in Gildens unverwechselbarem Stil. Im Kontrast dazu stehen 22 großformatige Farbfotografien von Menschen am Rand der Gesellschaft. Die kräftigen Farben und die unmittelbare Nähe zu den Porträtierten machen diese Bilder besonders eindringlich – visuell wie emotional. Der Besuch der Ausstellung hatte sich gelohnt – nicht nur wegen der Abkühlung!
Das Kunstfoyer befindet sich im Stadtteil Lehel, direkt an gleichnamiger U-Bahnstation. Und so konnte ich gleich ein weiteres Ziel auf meiner Liste angehen: Seit wenigen Monaten ehrt München seinen frechsten Kinderstar als Leuchtzeichen auf einigen Ampeln: Der Pumuckl. Eine der so ausgestatteten Ampeln befindet sich in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Gebäude des Kunstfoyers, wo auch die Aufnahme mit dem Ausstellungsplakat entstand.
Weitere Abkühlung verschaffte ich mir bei meiner Lieblingseisdiele Ballabeni. Deren Haupthaus liegt gegenüber dem Museum Brandhorst unweit unserer Bankappartements, doch die Filiale in Lehel habe ich erst an diesem Abend entdeckt. Im Schatten unter den mächtigen Kastanien am St. Anna-Platz ließ ich mir mein Eis schmecken und ein angenehm kühles Lüftchen lud noch ein Weilchen zum Verweilen und Lesen ein.
So war es schließlich doch ein sehr angenehmer (Hitze-)Sommernachmittag.



